Angriffsweg, Datenzugriff und Informationsabfluss belastbar rekonstruieren
Der Verdacht auf Wirtschaftsspionage berührt regelmäßig mehrere Ebenen zugleich: Identitäten und Berechtigungen, E-Mail- und Cloud-Nutzung, Endgeräte, Wechseldatenträger, physische Zugänge, Dienstleister sowie den Schutz vertraulicher Besprechungen. Eine isolierte Gerätesuche greift deshalb zu kurz. Erforderlich ist ein fallbezogenes Bedrohungsmodell, das externe Angriffe, Insiderhandlungen und organisatorische Fehlkonfigurationen gleichermaßen berücksichtigt.
Gemeinsam mit Geschäftsleitung, IT-Sicherheit, Datenschutz und Rechtsbeistand werden schutzwürdige Informationen, relevante Systeme, mögliche Täterzugänge und ein belastbarer Untersuchungszeitraum definiert. Je nach Lage verbinden wir IT-Forensik, Identitäts- und Protokollanalyse, OSINT, technische Lauschabwehr und operative Ermittlungen. Produktivsysteme werden nur kontrolliert untersucht; volatile oder kurzlebige Protokolle sind frühzeitig zu sichern.

Incident Response, Forensik und operative Ermittlung koordinieren
Die technische Analyse kann Anmeldeereignisse, privilegierte Rollen, E-Mail-Weiterleitungen, Cloud-Freigaben, Download- und Druckaktivitäten, USB-Nutzung, VPN- und Endpoint-Telemetrie sowie Hinweise auf Persistenz oder Datenexfiltration umfassen. Jeder Befund wird zeitlich normalisiert und mit organisatorischen Ereignissen wie Rollenwechseln, Projektaustritten oder ungewöhnlichen Zutritten korreliert.

Bei möglicher Verletzung von Geschäftsgeheimnissen sind neben der Beweissicherung auch die tatsächlich getroffenen angemessenen Geheimhaltungsmaßnahmen bedeutsam. Die Dokumentation berücksichtigt deshalb Schutzklassifizierung, Need-to-know-Prinzip, Berechtigungskonzept und Vertraulichkeitsprozesse. Eine straf- oder zivilrechtliche Bewertung nach dem GeschGehG, insbesondere §§ 4 und 23, bleibt der juristischen Prüfung vorbehalten.
Untersuchungsfelder bei möglichem Know-how-Abfluss
- Bedrohungsmodell und Priorisierung besonders schutzwürdiger Informationsbestände
- Sicherung und Korrelation von Identity-, Cloud-, E-Mail-, Endpoint- und Netzwerkspuren
- Prüfung physischer Zugänge, Besprechungsumgebungen und möglicher Funkaktivitäten
- Zeitachsenanalyse von Zugriff, Sammlung, Übertragung und möglicher Weitergabe
- Untersuchungsbericht oder Gutachten mit Befundstärke, Lücken und Sofortmaßnahmen