Messbare Reaktionen sind keine automatische Wahrheitsentscheidung
Ein Polygraph misst keine Lüge. Er erfasst psychophysiologische Reaktionen – typischerweise Atmung, elektrodermale Aktivität und kardiovaskuläre Veränderungen – während strukturierter Fragen. Die Aussagekraft hängt wesentlich von Fragestellung, Untersuchungsdesign, gesundheitlichen Faktoren, Mitwirkung und fachgerechter Auswertung ab.
Vor der Messung werden Anlass, Freiwilligkeit, gesundheitliche Ausschlussgründe und jede relevante Frage ausführlich besprochen. Nur eindeutig formulierte, überprüfbare Sachverhalte eignen sich für eine Untersuchung. Mehrdeutige, wertende oder mehrere Themen verbindende Fragen werden nicht verwendet. Die getestete Person kennt die Fragen vor Beginn und kann die Untersuchung jederzeit beenden.

Freiwilligkeit, geeignete Fragen und kontrollierte Durchführung
Das Vorgespräch dient nicht nur der Vorbereitung, sondern der methodischen Qualität. Begriffe werden geklärt, Erinnerungs- und Wahrnehmungsgrenzen berücksichtigt und mögliche Einflussfaktoren dokumentiert. Anschließend erfolgen Sensoranlage, Einweisung, Testdurchgänge und standardisierte Datenerfassung in kontrollierter Umgebung.

Die Kurven werden im Zusammenhang mit dem gesamten Testablauf ausgewertet. Das Ergebnis wird vorsichtig formuliert und darf weder mit einem Geständnis noch mit einem gerichtlichen Wahrheitsbeweis gleichgesetzt werden. Zwang, Überraschungstests oder Untersuchungen ohne informierte Einwilligung lehnen wir ab.
Rahmenbedingungen eines seriösen Polygraphentests
- Vertrauliches Vorgespräch und Prüfung der methodischen Eignung
- Schriftlich abgestimmte, eindeutige und sachverhaltsbezogene Fragen
- Erfassung respiratorischer, elektrodermaler und kardiovaskulärer Reaktionen
- Standardisierte Testdurchgänge mit dokumentierten Einflussfaktoren
- Zurückhaltende Ergebnisdarstellung mit ausdrücklichen Verfahrensgrenzen