Flugbewegungen aus mehreren Datenquellen rekonstruieren
Eine Drohne ist selten ein isoliertes Beweisstück. Das Unmanned Aircraft System (UAS) umfasst regelmäßig Fluggerät, Fernsteuerung, Mobiltelefon oder Tablet, Hersteller-App, Wechselspeicher und gegebenenfalls synchronisierte Kontodaten. Erst die Korrelation dieser Komponenten ermöglicht eine belastbare Aussage zu Flugweg, Steuerung, Aufnahmezeitpunkt und Gerätezustand.
Abhängig von Hersteller und Modell untersuchen wir Flugprotokolle, Telemetriedaten, GNSS-Koordinaten, Höhe, Geschwindigkeit, Kurs, Satellitenstatus, Home-Point, Warn- und Ereignismeldungen sowie Kamera- und Sensordaten. Medien werden mit EXIF-, XMP- und Container-Metadaten abgeglichen. Seriennummern, Firmwarestände, App-Daten, Cache-Dateien und technisch zugängliche Remote-ID-Informationen können zusätzliche Zuordnungs- und Zeitbezüge liefern.

Beweissystem sichern, Datenquellen korrelieren
Bei der Übernahme werden Fund- und Gerätezustand, Energieversorgung, Komponenten, Speichermedien und Funkverbindungen dokumentiert. Rotoren und Akkus werden sicher behandelt; eine unkontrollierte Inbetriebnahme oder Synchronisation wird vermieden. Soweit technisch möglich, erfolgen Sicherung und Hash-Verifikation vor der inhaltlichen Analyse.

Die Auswertung verbindet Onboard-Daten mit Controller-, App-, Mobilgeräte- und Medienspuren. Zeitstempel werden auf Zeitzone, Drift und unterschiedliche Epochendarstellungen geprüft; GNSS-Punkte werden nicht ungeprüft übernommen, sondern mit Satellitenstatus, Start- und Fundort, Bildinhalt und weiteren Quellen plausibilisiert. Ergebnisse und technische Grenzen werden im Bericht klar getrennt.
Typische Spuren in der Drohnenforensik
- Identifikation von Fluggerät, Controller, Akkus, Datenträgern und gekoppelten Mobilgeräten
- Forensische Sicherung zugänglicher Speicher- und App-Daten mit Prüfsummen
- Dekodierung von Fluglogs, Telemetrie, GNSS-, Höhen-, Geschwindigkeits- und Ereignisdaten
- Analyse von Foto- und Videometadaten sowie Abgleich mit der Flugzeitachse
- Technischer Untersuchungsbericht oder Gutachten mit Kartendarstellung und Befundgrenzen
Drohne, Steuerung und Mobilgerät gemeinsam betrachten
Forensisch relevante Daten können sich auf mehrere Komponenten verteilen und in proprietären, kodierten oder verschlüsselten Formaten vorliegen. Der Untersuchungsplan wird deshalb modell- und zustandsbezogen aufgebaut; eine einzelne App-Ausgabe genügt nicht als belastbare Rekonstruktion.
Onboard- und Mediendaten
Interne Speicher, microSD-Karten und Kameramedien können Flugprotokolle, Vorschaudateien, Fotos, Videos, Sensordaten und Systemereignisse enthalten. Dateisystem, Zeitstempel und Metadaten werden gemeinsam ausgewertet.
NIST: Digitale BeweismittelController- und Steuerungsartefakte
Fernsteuerungen und Bodenstationen können gekoppelte Geräte, Nutzerkonfigurationen, Missionsdaten, Cache-Inhalte und Bedienereignisse speichern. Diese Artefakte werden mit dem Fluggerät und der Fallzeitachse abgeglichen.
SWGDE Best PracticesApp-Daten, Konten und Synchronisation
Lokale App-Datenbanken, Diagnoseinformationen, Logdateien und synchronisierte Datensätze können zusätzliche Zeit-, Geräte- und Pilotenbezüge liefern. Herkunft und mögliche Veränderungen durch Synchronisation werden ausdrücklich dokumentiert.
DJI-DatenhinweiseGNSS, Telemetrie und Remote ID
Position, Höhe, Kurs, Geschwindigkeit, Serien- oder Betreiberbezug und Pilotenposition können – je nach UAS-Klasse und Datenquelle – zur räumlichen Rekonstruktion beitragen. Jede Koordinate wird auf technische Plausibilität geprüft.
EASA: Direct Remote IDNachvollziehbare Verfahren statt ungeprüfter App-Anzeige
Die Auswertung erfolgt nur bei nachgewiesener Verfügungs- oder Untersuchungsberechtigung. Personenbezogene Positions-, Bild- und Kontodaten werden auf die definierte Beweisfrage begrenzt. Herstellerkonten oder Cloud-Inhalte werden nicht ohne ausdrückliche Berechtigung aufgerufen.
Methodisch orientiert sich die Untersuchung an anerkannten Grundsätzen der digitalen Beweissicherung: Zustand dokumentieren, Veränderungen minimieren, Datenquellen vollständig zuordnen und Ergebnisse durch unabhängige Anhaltspunkte plausibilisieren. Direkte Remote-ID-Daten können eine Rekonstruktion ergänzen, ersetzen aber nicht die Geräteforensik.
Weitere Informationen zur Leistung
Drohnen speichern wertvolle Flugdaten, GPS-Verläufe, Bilder und Verbindungsprotokolle. QUINTEGO wertet Drohne, Controller, Mobilgerät und Speichermedien als zusammenhängendes Beweissystem aus – für Versicherungsfragen, Sicherheitsvorfälle und Rechtsstreitigkeiten.
Häufige Fragen
Welche Daten kann man aus einer Drohne rekonstruieren?
Flugprotokolle, GPS-Tracks, Höhen- und Geschwindigkeitsdaten, Fotos, Videos, Verbindungslogs und ggf. gelöschte Dateien.
Wann ist Drohnenforensik relevant?
Bei Verdacht auf unbefugte Flüge, Kollisionen, Datenschutzverstöße, Sachbeschädigung oder Einsatz bei Ermittlungen.
Wie sichern Sie die Beweiskette?
Wir dokumentieren Gerätezustand, erstellen forensische Images und korrelieren Daten aus Drohne, Controller und gekoppelten Endgeräten.
Regionale Verfügbarkeit
Drohnenforensik bieten wir unter anderem in München, Berlin, Hamburg und Österreich an. Eine Übersicht aller Städte und Länder finden Sie unter Einsatzorte. Kontaktieren Sie uns für eine vertrauliche Erstberatung.
